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Hebelwirkung und Selbsterkenntnis
Hebelwirkung Der Spekulant muß sich seines Risikos bewußt und zur Risikoübernahme bereit sein. Der Spekulant setzt als Prämie eine vergleichsweise geringe Summe im Verhältnis zu den Terminkursen (ca. 5 % - 20 % des Gegenstandspreises) und somit auch zu den möglichen Preisausschlägen ein. Dies verleiht dem Einsatz eine große Hebelwirkung auch auf der Verlustseite, da die Kursveränderungen im Verhältnis zur Prämie große Auswirkungen haben. Wird ein sehr hoher Hebel gewählt, d.h. im Verhältnis des Gegenstandspreises nur ein geringer Einschuß verlangt, desto höher ist auch das Risiko, da bereits ein sehr geringer Preisausschlag zu einem Totalverlust führt. Im Falle des Optionskaufs kann der Spekulant seinen gesamten Einsatz verlieren. Ohne sinnvollen Spekulationsplan ist ein derartiger Verlust bei einem Spekulationsversuch um vieles wahrscheinlicher als ein Gewinn. Unter Berücksichtigung unserer hohen Transaktionskosten des Geschäftes ist ein Gewinn in solchen Fällen Zufall und ein Verlust praktisch vorprogrammiert. Diese Hebelwirkung ist die Gefahr, aber auch der Reiz des Termingeschäftes. Je höher der gewählte Hebel ist, desto größer ist auch das Risiko. Spekulationsfähigkeit, keine allgemeine Vermögensverwaltung Beobachter der Terminmärkte behaupten, daß 70% - 90% der Spekulanten in den Terminmärkten verlieren, und daß diese Verlustquote die Freizeitspekulanten trifft. Eine Studie in den USA liefert hierfür eine einleuchtende Erklärung. 95 % der Spekulationskonten verloren im Markt nach ein oder zwei Spekulationsgeschäften. Die Spekulanten hatten nach Abzug der Geschäftsunkosten (Provisionen etc.) das ganze Geld auf eine "Karte", d.h. Ware gesetzt. Die Wahrscheinlichkeit, dort Gewinn oder Verlust zu erzielen, war 50 : 50, da der typische Privatspekulant keine Wahrscheinlichkeitsrechnungen anstellt. Unter Berücksichtigung der Beratungs- und Transaktionskosten ist die Wahrscheinlichkeit des Verlustes weit größer als die eines Gewinnes. Hatte der Spekulant das eingesetzte Geld verloren, war es ihm mangels Spekulationsmasse nicht mehr möglich, im Markt den eingesetzten verlorenen Betrag wieder zurückzugewinnen. Die Einmal- oder Kurzspekulanten stellen die Masse der Verlierer. Auch für Spekulation mit hohen Beratungs- und Transaktionskosten, unabhängig von der verfügbaren Spekulationsmasse, gilt das gleiche. Je größer der Anteil der Transaktionskosten ist, um so geringer wird die Gewinnchance, bis eine derartige Spekulation von Geschicklichkeitsspiel in Glücksspiel umschlägt, Gewinne also nur noch vom Zufall abhängen und irgendwann das Spekulationskapital aufgebraucht ist. Hieran kann auch die Beratung oder Tätigkeit des Finanzdienstleisters nichts ändern. Anderslautende Aussagen dürfen nicht ernst genommen werden. Bitte beachten Sie auch, daß unsere Tätigkeit sich auf einen hochspekulativen Bereich beschränkt und gerade nicht eine allgemeine Vermögensverwaltung darstellt. Sie sollten Börsentermingeschäfte nur als Teil eines Gesamtportfolios durchführen und anderweitig konservative Vermögensanlage haben, damit Sie einen Totalverlust des eingesetzten Geldes verkraften können. Selbsterkenntnis Der Freizeitspekulant muß sich über die Motive und den Sinn seiner Spekulation klar werden. Daß er auf Dauer jemals Gewinne erzielt, ist praktisch ausgeschlossen. Ganz im Gegenteil muß er von dem Eintritt von Verlusten ausgehen. Gewinne sind für einen Amateur- oder Freizeitspekulanten allenfalls ein erfreuliches Neben- oder Zufallsprodukt. Die Absicht, Gewinn zu erzielen, sollte deshalb nicht der Grund der Spekulation sein. Wer verlorenem Geld nachtrauert, ist für die Spekulation nicht geeignet. Wer gar das verlorene Geld nicht entbehren kann, darf nicht spekulieren. Die Spekulation ist Spiel. Dieses Spiel in der wirklichen Welt der Wirtschaft hat einen hohen Unterhaltungswert und Reiz. Es ist auch lehrreich. Der Spekulant, der seine Hausaufgaben im Spekulationsbereich macht, bekommt eine Kenntnis von den wirtschaftlichen Vorgängen in der Welt wie kaum ein anderer. Diese Auswirkungen der Spekulation sollten nicht übersehen werden. Denn wer den Gewinn aus der Spekulation zum Leben benötigt und sein Geld nicht ausreichend anderweitig verdient, sollte die Finger von der Spekulation lassen oder die Voraussetzungen eines Berufsspekulanten mitbringen, der nicht mit so hohen Geschäftsunkosten spekuliert. Schließlich sollte sich der Spekulant deswegen auch darüber klar werden, ob das verwaltete oder Ermessenskonto für ihn das richtige ist. Ob es Gewinne abwirft, hängt von den Kosten und der Qualität des Verwalters ab. Der Reiz der eigenen Beschäftigung mit den Kursen und den Geschäften fehlt bei der Delegation der Entscheidungen auf Dritte. |
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